Warum waren Lärchenschindeln früher deutlich haltbarer?


Vorbemerkung:
Wir haben jahrzehntelang Erfahrungen gesammelt, mit verschiedenen Arten von Lärchenschindeln experimentiert (kanadische Lärche und sibirische Lärche als Alternative zur heimischen Lärche). Langfristige Bewitterungsversuche, vergleichende Tests zur Fäulnisanfälligkeit verschiedener Schindelhölzer untereinander, sowie ständige Beobachtung von Sanierungsprojekten gehören zu unseren Recherche-Methoden.

unser Wissen und die angesammelten Erfahrungen kann man wie folgt zusammenfassen:
Bei Dächern aus Lärchenschindeln, die 50 Jahre und länger gehalten haben, scheinen immer besonders positive Umstände, aber auch altüberlieferte Herstellungsweisen beigetragen zu haben, z.B.:

-        Standort:  trocken, luftig;  optimal  ab 1200 m Höhe

-        Verlegung:  mit guter Hinterlüftung (Traufe/First offen)

-        evtl. ohne Unterdach,
         dadurch optimale Belüftung von unten (früher oft bei Kirchen)

-        steiles Dach (Dachneigung ab 40° ist besonders vorteilhaft);

-        Herstellung aus ausgesuchtem Holz von besonderen Standorten,
         dabei Beachtung von Gestirnzeichen bei der Schlägerung;

-        Herstellung von "nicht zu schönen" Schindeln, d.h. Drehwuchs,
         Welligkeit, usw, wurden bewußt toleriert, für bessere Durchlüftung;

-        nach der Herstellung schonende Trockung an der Luft
         und Lagerung über 4-5 Jahre an einem trockenen, luftigen Ort;
         Verlegung erst nach erneuter Wässerung;

Der Hintergrund für den letzten Punkt ist eine alte Tradition in Tirol und Südtirol bis in die achtziger Jahre hinein, die mittlerweile aber nahezu vergessen ist. Sofern örtlich möglich, hat man die Lärchenschindeln nach der Fertigung zunächst zu einer sonnig gelegenen, winddurchströmten Hütte (Heustadel, Stall) gebracht und dort für mehrere Jahre gelagert. Nach 4-5 Jahren erst wurden die Lärchenschindeln dann zum Verwendungsort gebracht, d.h. vor der zu deckenden Kirche aufgestapelt. Dann kam meist die örtliche Feuerwehr, hielt eine Einsatzübung ab und spritzte dabei die Schindeln ordentlich naß. Dadurch wurden die Lärchenschindeln wieder elastisch und konnten besser genagelt werden.

Als uns diese Geschichte erstmals vor 20 Jahren von einem alten Zimmermeister aus Deutschnofen/Südtirol zu Ohren kam, konnten wir uns den Hintergrund selbst nicht erklären. Erst als wir viele Jahre später die Probleme mit den Lärchenschindeln mit Holzfachleuten diskutiert haben, ist uns der Hintergrund für diese Vorgehen klar geworden:

"Haltbarkeitsprobleme"





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